Drechslerei Breitfeld

Beschreibung und Bedeutung der Figuren -Auszug-

Annaberger Oberhüttenbeamter

Es gibt keine speziellen Abbildungen vom Annaberger Habit. Dieser schien sich nur durch die Revierfarbe, im Annaberger Revier weiß, zu unterscheiden. Eine im Erzgebirgsmuseum Annaberg gefundene Abbildung zeigt mit der Bezeichnung Annaberger Oberhüttenbeamter, einen Bergmann mit roter Weste. Und trotz dieser Unstimmigkeit war der Oberhüttenbeamte der Vorgesetzte einer Hütte oder Schacht und hatte für Recht und Ordnung zu sorgen. 

Art.-Nr. 104

Oberberghauptmann


Als Oberberghauptmann ist er der höchste Beamte im gesamten Erzgebirge. Ihm unterstanden alle Berg- und Hüttenbeamte sowie die Berg- und Hüttenarbeiter. Als Chef des Oberbergamtes versuchte der eine oder andere Oberberghauptmann, Richtlinien für einen einheitlichen Berghabit zu erstellen.

Art.-Nr. 106

Freiberger Hüttenältester

Er ist einer von der Obrigkeit zugelassene und aus der Mitte der Hüttenarbeiter bestellte Hüttenarbeiter. Er war meistens auch der Älteste in einer Hütte und sammelte u.a. den Büchsenpfennig für Witwen, Kranke und verunglückte Bergleute.

Art.-Nr. 111

Grosser Engel

Wie kommt der Engel zur Erzgebirgischen Volkskunst? An langen Winterabenden schnitzten die Bergleute Figuren aus ihrem Leben. So wurde für jeden geborenen Jungen ein Bergmann als Lichterträger geschnitzt und ins Fenster gestellt. Nun war es naheliegend durch den tiefen christlichen Glauben für jedes Mädchen einen Engel zu schnitzten und ebenfalls ins Fenster zu stellen, damit der Bergmann bei Nacht sein Heim schon von Weitem sehen konnte. Daher kommt auch heute noch im Erzgebirge die Sehnsucht nach dem Licht.

 

Art.-Nr. 112

Frau um 1550

Sie ist eine Figur aus einem Ölbild von Anton Häusler, 1557 genannt das Schumannsche Epitaph welches im Erzgebirgsmuseum in Annaberg-Buchholz zu sehen ist. Es zeigt im Mittelpunkt Jesus Christus, im Arm haltend zwei Neugeborene, umringt von einer Menschengruppe vor der St. Annenkirche. Zur rechten Seite befindet sich eine Gruppe von Edelfrauen und davon die ganz rechts Stehende könnte die Barbara Uthmann sein

Art.-Nr. 113

Obereinfahrer in Interimsuniform

Eine im Habit abweichende, wohl napoleonisch aussehende Uniform. Er war aber nach dem Bergmeister der oberste technische Beamte im Bergrevier. Er vertrat auch in manchen Fällen den Bergmeister und musste die Preiswürdigkeit der angeschafften Materialien prüfen.

Art.-Nr. 114

Silberwäscherin

Sie musste das geförderte Erz waschen und in verschiedene Sorten einteilen. Mit einem Sieb über einen großen Waschtrog befreite sie das Erz vom Hauptschlamm, bevor es in die Poche oder Schmelze kam. Die hier beschriebene Figur ist nach den Bildtafeln des Annaberger Bergaltars von Hans Hesse in der St. Annenkirche zu Annaberg-Buchholz gestaltet. Hier ist deutlich die Mühsal der Arbeit zu sehen ist.

Artz.-Nr. 115

Musiker

Derer gibt es viele aber markant ist, dass wohl einmalige Benutzen von russischen Hörnern oder auch hohes Horn genannt. Ein Spieler des russischen Horn wird auch als Berghautboist bezeichnet. Im Freiberger Revier wurden weiße Hosen getragen. Im Auer Revier wurden gelbe Hosen getragen.

Art.-Nr. 132

Bergacademist

Es waren meistens Jünglinge, die oft aus betuchten Häusern stammten und an der Bergakademie studierten, um eventuell eine königliche Anstellung zu bekommen. (Apotheker, Mechaniker, Bergbeamter u.a.)

Art.-Nr. 133

Freiberger Hüttenmann in Parade

Es waren einfache Hüttenarbeiter, die das Gestein über Tage bearbeiteten. Das gewaschene und gepochte Gestein musste geschmolzen werden. Zum Schutze vor Hitze und Funkenflug trugen sie lange Schutzkittel mit Kapuze. Ein Merkmal, der zum Habit gehört, ist die lange Gabel zum Schüren und Beschicken.

Art.-Nr. 135

Häuer im Festhabit (sächsischer Bergmann in Parade Uniform)

Dieser gehört zu den Bergarbeitern und musste hauptsächlich unter Tage arbeiten. In mühevoller Arbeit mit Schlägel und Eisen baute er das Erz ab. Eine Erleichterung war die Verwendung von Feuer und Wasser wodurch das Gestein rissig wurde oder abplatzte. Ein Hauer schaffte im Jahr 1-2 Meter Vortrieb im Gestein.

Art.-Nr. 138

Blaufarbenältester

Dieser gehört zu den Hüttenarbeitern, aus deren Mitte einer gewählt wurde, meist war es der Älteste einer Hütte in der Blaufarbe (Kobalt) gewonnen wurde. Zudem hatte er für Recht und Ordnung zu sorgen.

Art.-NR. 139

Blaufarbenarbeiter

Dieser gehört zu den Hüttenarbeitern und zählt zu den Randberufen. Er war mit der Gewinnung der Blaufarbe (Kobaltblau) betraut. Diese Farbe wurde hauptsächlich zur Porzellanbemalung eingesetzt. Ein sehr großer Teil wurde daher nach Holland exportiert. Wahrzeichen ist der Hüttenlöffel, der zur Probeentnahme benutzt wurde.

Art.-Nr. 140

Blaufarbenfaktor Jahresfigur von 1996


Dieser ist für die Buchführung der zu verarbeitenden Materialien und Erze, wie Eingang und Ausgang verantwortlich. Da das Kobalt als Farbstoff vielerorts Verwendung fand und der Handel dokumentiert werden musste.

Art.-NR. 141

Blaufarbenmeister Jahresfigur von 1997

Er hatte die Aufgabe den Nutzen des Schmelz- und Hüttenwesens sowie den erreichten Lohn zu verrechnen. Es nehmen ihn zwar die Gewerke an, kann aber von den Bergbeamten bei überführter Untreue und Unfleiss seines Dienstes entsetzt werden. Die Bezeichnung Blaufarben weist auf die Kobalt Verarbeitung hin. Er hat seine ihm unterstellten Hütten stetig zu kontrollieren. Was er von den Gewerken einnimmt, zu belegen und die Schmelzarbeit zu überwachen.

Art.-Nr. 142

Steiger Jahresfigur von 1998

Er muss als erster auf der Zeche sein und beaufsichtigt, dass die Hauer und Arbeiter nach verrichtetem Gebet zur rechten Zeit ein- und ausfahren und ihre Arbeit ordentlich verrichten. Er hat die Gewerke im Ab- und Ausbau fachgerecht zu unterweisen und die Bergburschen zu Bergmännischen Habit anzuhalten. Bei großen Zechen gibt es noch einen Untersteiger. Zudem kommen noch der Kunststeiger, er ist zuständig für die Maschinen und die Entwässerung der Grube und der Grabensteiger, welcher das Wasser zum Rad bringt.(Kunstgraben)

Art.-Nr. 143

Knappschaftsältester Jahresfigur von 1999

Knappschaft heißt die ganze Gesellschaft der Bergleute, sie sind von der Landes-Obrigkeit zugelassen. Sie wählen einen Vorsteher, Haupt- und Obersten wobei auch das Alter bedacht wird. Er muss bei der Knappschaft bekannt sein und Sorge tragen, dass sich das gemeine Gesinde eines ehrbaren Wandels sowie Meuterei und Empörung enthält. Bei Mangel in der Knappschaft, muss es der Älteste dem Bergmeister melden, damit die Bergobrigkeit Abhilfe schaffen kann.

Art.-Nr. 144

Schichtmeister Jahresfigur 2000

Er hatte die Aufgabe den Nutzen der Gewerke der Gruben des Schmelz- und Hüttenwesens sowie den erreichten Lohn zu verrechnen. Es nehmen ihn zwar die Gewerke an, kann aber von den Bergbeamten bei überführter Untreue und Unfleiss seines Dienstes entsetzt werden. Kein Schichtmeister darf über 6 Zechen versorgen. Er hat seine ihm unterstellten Zechen mindestens alle 14 Tage zu befahren. Was er von den Gewerken einnimmt hat er zu belegen und die Schmelzarbeit zu überwachen.

Art.-NR. 145

Bergmeister Jahresfigur 2001

Er ist ein Beamter welcher vom Landesherren Macht und Gewalt hat. Ihm befohlen sind die Bergrechte für alle Zechen, Stollen, Wasserhütten und Pochstädte. Er durfte gewöhnliche Taten richten und srafen und jährlich das Strafgeld dem Berghauptmann zu verrechnen. Bei Entdecken eines neuen Ganges war der Fund dem Bergmeister anzuzeigen welcher ihn zu Markscheiden und den richtigen Abbau zu kontrollieren hat, damit die Zeche fleißig befahren und treulich gearbeitet wird.

Art.-Nr. 146

Die Beschreibung und Bedeutung der Figuren sind von uns sorgfältig überprüft. Quelle: Trachten der Berg- und Hüttenleute im Königreich Sachsen. Originalausgabe Georg Ernst Rost in Freiberg

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